Tattoo‑Pflege Tag für Tag: was in welcher Woche zählt

Von Riverside Ink Team

Vom Abnehmen der Folie bis zum Sonnenschutz nach der Heilung: was du am ersten Tag, in den ersten Tagen und in den Wochen danach tust, was normal ist und wann du zur Ärztin oder zum Arzt gehst.

Ein frisches Tattoo pflegst du zwei bis vier Wochen lang: morgens und abends reinigen, hauchdünn eincremen, nicht kratzen, und bis zur vollständigen Abheilung kein Schwimmbad, keine Sauna, kein Solarium und kein Vollbad. Danach schützt du es dauerhaft mit hohem Sonnenschutz. Was davon an welchem Tag wichtig ist, steht hier Schritt für Schritt, so wie es in unseren Pflegehinweisen steht.

Ein Satz vorweg, aus unseren Pflegehinweisen: So wie das Tattoo verheilt, wird es später aussehen. Die Wochen nach dem Termin entscheiden mit über das Ergebnis.

Tag 1: Folie ab, waschen, dünn eincremen

Nach dem Stechen wird die Stelle bei uns desinfiziert, mit Wundsalbe versorgt und abgedeckt. Was du danach tust, hängt von der Abdeckung ab:

  • Normale Folie: nach etwa zwei Stunden vorsichtig abnehmen.
  • Dermalize-Schutzfolie: kann bis zu fünf Tage draufbleiben. Geschützt heilt die Stelle besser.

Nach dem Abnehmen wäschst du die gesamte Tätowierung grossflächig mit lauwarmem Wasser und pH-neutraler Seife oder pH-neutralem Shampoo. Danach tupfst du sie mit einem sauberen, fusselfreien Tuch trocken. Nicht reiben. Zum Schluss trägst du einen dünnen Film der empfohlenen Wund- und Heilsalbe auf, und zwar wirklich dünn. Zu viel Salbe hilft nicht mehr.

Zwei Dinge gelten ab dem ersten Tag:

  • Hände waschen, bevor du die Stelle berührst oder eincremst.
  • Saubere Baumwollkleidung direkt über der Stelle.

Mit Haustieren: Foliere die Stelle die ersten drei Tage. Tierhaare und Berührungen sind ein Infektionsrisiko. Die Folie wechselst du dann mindestens dreimal täglich: sauber machen, dünn eincremen, neu folieren.

Tag 2 bis 3: reinigen, dünn eincremen, nichts erzwingen

Jetzt beginnt die Routine, die dich durch die ganze Heilung begleitet. Morgens und abends reinigst du die Stelle, entfernst alte Salbenreste und Wundsekret und cremst danach hauchdünn ein. Vor jedem Eincremen die Hände gründlich waschen.

In diesen Tagen ist die Haut noch offen. Die Stelle kann gerötet, geschwollen, warm und berührungsempfindlich sein, an Rippen oder Fuss auch beim Liegen oder Gehen. Das gehört zu einer frischen Tätowierung.

Klebt die Stelle morgens an Kleidung oder Bettwäsche fest, löst du sie mit lauwarmem Wasser. Nie mit Gewalt abziehen, sonst reisst du Haut und Farbe mit.

Duschen ist erlaubt, auch mehrmals täglich. Was nicht geht: Baden in der Wanne, Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Solarium.

Woche 1: Schorf und Juckreiz

Nach den ersten Tagen bildet sich über der Stelle ein dünner Schorf, und aus dem Brennen wird Juckreiz. Für viele ist das der anstrengendste Teil der Heilung. Die Regel aus unseren Pflegehinweisen ist trotzdem einfach: nicht kratzen und nicht reiben. Schorf löst sich von selbst. Wer ihn abkratzt, riskiert Lücken in der Farbe.

Wie stark sich das zeigt, hängt am Stil:

  • Feine Linien wie bei Fineline heilen schnell und unauffällig. Weil kaum Kruste entsteht, wird oft zu früh wieder normal gelebt. Die Regeln gelten trotzdem.
  • Grosse Schwarzflächen wie bei Blackwork heilen kräftiger: Sie nässen länger, verkrusten stärker und spannen in den ersten Tagen. Gerade hier zählt die dünne Salbenschicht.

Spätestens am fünften Tag kommt auch eine Dermalize-Folie ab. Danach gilt dieselbe Routine wie oben.

Woche 2: dranbleiben

Auch wenn das Schlimmste vorbei scheint, bleibt die Pflege dieselbe: morgens und abends reinigen und hauchdünn eincremen, bis sich der dünne Schorf vollständig gelöst hat und das Tattoo abgeheilt ist.

Weiter gilt: kein Schwimmbad, kein Chlor- oder Salzwasser, kein Vollbad, keine Sauna, kein Dampfbad, kein Solarium und keine direkte Sonne. Wer in dieser Zeit Ferien oder Training plant, findet Hinweise in den Ratgebern Tattoo im Sommer und Tattoo und Sport.

Woche 3 bis 4: die matte Phase

Bis zur vollständigen Abheilung vergehen erfahrungsgemäss zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit sieht dein Tattoo oft schlechter aus als in der ersten Woche: Über dem Motiv liegt eine dünne neue Hautschicht, der Kontrast ist weg, alles wirkt matt. Das ist normal und legt sich.

Erst wenn sich der Schorf vollständig gelöst hat und die Stelle abgeheilt ist, enden die Einschränkungen bei Sauna, Schwimmbad und Bad. Im Zweifel wartest du lieber ein paar Tage länger. Bei Fragen während der Abheilung kannst du gerne im Studio vorbeikommen.

Danach: Sonnenschutz und Nachstechen

Wenn die Oberfläche geschlossen ist, ist die Haut darunter noch nicht fertig. Der vollständige Heilungsprozess in allen Hautschichten dauert laut Migros iMpuls mehrere Monate, bis zu einem Jahr.

Für die Jahre danach gibt es vor allem einen Hebel: dauerhaft hoher Sonnenschutz (LSF 50). UV-Licht lässt Farbe verblassen. Feine schwarze Linien werden unter UV zuerst grau, dann weich; flächiges Schwarz wird mit den Jahren grau und kann einen Blaustich bekommen.

Zeigt sich nach dem Abheilen, dass Farbe an einzelnen Stellen nicht gehalten hat, sticht der Artist innerhalb von drei Monaten nach Abschluss einmalig kostenlos nach. Voraussetzung: Du hast die Pflegehinweise eingehalten, und niemand anderes hat an der Stelle gearbeitet. Ausgenommen sind unter anderem Hände, Finger, Füsse, Hals, Kopf, Ohren, feine Linien, Weissanteile, Arbeiten über Narben und Cover-ups. Die Einzelheiten stehen in unseren Geschäftsbedingungen.

Was du in der ganzen Heilung vermeidest

  • Kratzen, Reiben, Schorf abziehen
  • Zu viel Salbe: immer nur ein hauchdünner Film
  • Sauna, Solarium, Dampfbad, Schwimmbad, Chlor- und Salzwasser, Vollbad
  • Direkte Sonne
  • Andere als saubere Baumwollkleidung direkt auf der Stelle
  • Haustiere an der frischen Stelle

Wann du zur Ärztin oder zum Arzt gehst

Rötung, leichte Schwellung, Wärme und Juckreiz gehören in den ersten Tagen dazu. Folgende Zeichen nicht:

  • zunehmende Rötung, starke Schwellung oder Überwärmung
  • Eiter oder Fieber
  • anhaltende starke Schmerzen
  • Anzeichen einer Entzündung im Umfeld der Tätowierung

Dann gehst du ohne Umweg zur Ärztin oder zum Arzt und meldest dich danach bei uns. Auch allergische Reaktionen, geschwollene Lymphknoten oder Knötchen gehören laut Pharmazeutischer Zeitung ärztlich angeschaut. Woran du normale Heilung von einer Entzündung unterscheidest, steht im Ratgeber Tattoo entzündet oder normal?.

Die vollständige Anleitung

Alle Pflegehinweise stehen auf unserer Pflegeseite, auch als PDF zum Ausdrucken. Wer noch vor dem ersten Termin steht, liest am besten zuerst Dein erstes Tattoo. Fragen zur Heilung beantwortet dir der Artist, der dein Motiv gestochen hat; wer bei uns arbeitet, siehst du unter Crew. Arbeiten aus dem Studio findest du in der Galerie, und einen neuen Termin oder eine Beratung fragst du über die Terminanfrage an.

Häufige Fragen

Wann nehme ich die Folie vom Tattoo ab?

Eine normale Folie nach etwa zwei Stunden. Eine Dermalize-Schutzfolie kann bis zu fünf Tage draufbleiben. Danach waschen, trocken tupfen und hauchdünn eincremen.

Wie oft muss ich ein frisches Tattoo eincremen?

Morgens und abends nach dem Reinigen, jeweils nur einen hauchdünnen Film. Das machst du, bis sich der Schorf vollständig gelöst hat und das Tattoo abgeheilt ist.

Darf ich mit einem frischen Tattoo duschen?

Ja, Duschen und Waschen sind mehrmals täglich möglich. Vollbad, Schwimmbad, Chlor- und Salzwasser, Sauna und Solarium sind bis zur vollständigen Abheilung tabu.

Wie lange dauert es, bis ein Tattoo verheilt ist?

Die Oberfläche ist erfahrungsgemäss nach zwei bis vier Wochen abgeheilt. In den tieferen Hautschichten dauert die Heilung mehrere Monate.

Warum sieht mein Tattoo nach drei Wochen matt aus?

Über dem Motiv liegt eine dünne neue Hautschicht, die den Kontrast dämpft. Das ist normal und legt sich. Erst danach lässt sich beurteilen, ob eine Stelle nachgestochen werden muss.

Was tun, wenn das Tattoo stark rot wird oder eitert?

Zunehmende Rötung, starke Schwellung, Überwärmung, Eiter, Fieber oder anhaltende starke Schmerzen sind Warnzeichen. Geh zur Ärztin oder zum Arzt und melde dich danach bei uns.

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Beratung ist bei uns kostenlos und unverbindlich — auch wenn daraus kein Termin wird.