Tattoo im Sommer: Sonne, Baden und Schwitzen mit frischem Tattoo
Von Riverside Ink Team
Ein frisches Tattoo und ein heisser Sommer vertragen sich schlecht. Was in den ersten Wochen tabu ist, wie du ein abgeheiltes Tattoo vor der Sonne schützt und wann ein Termin am meisten Sinn ergibt.
Ein Tattoo im Sommer stechen zu lassen geht — aber du verzichtest dann während der Heilung, erfahrungsgemäss zwei bis vier Wochen, auf Sonnenbad, Schwimmbad, See, Meer und Sauna. Danach braucht das Tattoo dauerhaft hohen Sonnenschutz. Wer den Sommer draussen und im Wasser verbringen will, legt den Termin deshalb lieber in den Herbst oder Winter oder so, dass die Heilung vor den Badeferien abgeschlossen ist.
Warum Sonne und frisches Tattoo nicht zusammenpassen
Ein frisches Tattoo ist eine Wunde. Die oberste Hautschicht ist verletzt, und genau sie schützt normalerweise vor Sonne und Keimen. Schweizer Dermatologen weisen darauf hin, dass tätowierte Haut empfindlicher auf Sonne reagiert als normale Haut und in den ersten sechs bis acht Wochen nach dem Stechen besonders anfällig ist: Das Risiko eines Sonnenbrands ist dann nochmals höher, und auch die Gefahr von Allergien und Infektionen ist in dieser Phase am grössten.
Dazu kommt das Tattoo selbst. UV-Licht kann Tattoofarben ausbleichen. Das gilt für jede Arbeit, besonders aber für feine Grauverläufe und helle Farben — also genau die Teile, die ein Colour-Realistic- oder Aquarell-Tattoo ausmachen.
Die ersten Wochen: was tabu ist
Bis zur vollständigen Abheilung, erfahrungsgemäss etwa zwei bis vier Wochen, gilt laut unseren Pflegehinweisen:
- Keine direkte Sonne auf die Stelle.
- Kein Schwimmbad, kein Chlor- oder Salzwasser — also auch kein Meer.
- Kein Vollbad, keine Sauna, kein Dampfbad, kein Solarium.
- Nur saubere Baumwollkleidung direkt über der Stelle.
Duschen ist erlaubt, auch mehrmals täglich. Morgens und abends reinigst du das Tattoo mit lauwarmem Wasser und pH-neutraler Seife, tupfst es trocken und trägst einen hauchdünnen Film Wund- und Heilsalbe auf.
Was oft vergessen wird: Sonnencreme ist in dieser Phase kein Ersatz für Schatten. Unsere Pflegehinweise sehen für die heilende Haut nur die empfohlene Wund- und Heilsalbe vor. Geschützt wird ein frisches Tattoo im Sommer mit sauberer Kleidung darüber und indem du die Sonne meidest.
Und bevor du fragst: Auch der Badesee zählt. Unsere Pflegehinweise unterscheiden nicht zwischen Schwimmbad und Natur — bis zur Abheilung bleibt das Tattoo trocken, bis auf das Duschen.
Schwitzen, Hitze, enge Kleidung
Im Sommer schwitzt man, und ein frisches Tattoo bekommt das ab. Was in der Hitze hilft:
- Saubere Baumwolle direkt auf der Stelle, so steht es in unseren Pflegehinweisen.
- Sauber halten: Morgens und abends reinigen, Salbenreste und Wundsekret entfernen, mit gewaschenen Händen hauchdünn eincremen. Duschen ist mehrmals täglich erlaubt.
- Nicht kratzen, auch wenn es in der Hitze stärker juckt. Verklebt die Stelle mit Kleidung, löst du sie mit lauwarmem Wasser, nie mit Gewalt.
Wie du Training und frisches Tattoo unter einen Hut bekommst, steht im Beitrag Tattoo und Sport.
Nach der Abheilung: Sonnenschutz für immer
Ist das Tattoo abgeheilt, darf es wieder an die Sonne — geschützt. Unsere Pflegehinweise empfehlen dafür dauerhaft hohen Sonnenschutz mit LSF 50. Fachgesellschaften empfehlen mindestens Lichtschutzfaktor 30, mit Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen. So schützt du dein Tattoo und deine Haut:
- Kleidung zuerst. Laut Bundesamt für Gesundheit sind Kleidung und eine Kopfbedeckung der beste und einfachste Schutz vor der Sonne.
- Mittagssonne meiden. Zwischen 11 und 16 Uhr ist die Sonne am stärksten — dann besser in den Schatten.
- Grosszügig eincremen, auf alle unbedeckten Stellen, und nach einer gewissen Zeit sowie nach dem Baden erneut auftragen.
- Vorsicht am Wasser. Wasser, Sand und Schnee werfen UV-Strahlung zurück. Laut Krebsliga verstärkt Wasser die Wirkung um rund 50 Prozent — am See oder auf dem Boot reicht Schatten allein nicht.
- Kein Solarium. Es kann Tattoofarben ausbleichen und erhöht das Hautkrebsrisiko.
Einem Tattoo, das Jahr für Jahr ungeschützt in der Sonne war, sieht man das an: Die Farben verblassen, helle Töne und feine Verläufe zuerst. Wer schützt, behält den Kontrast länger.
Sonnenallergie am Tattoo
Manche Menschen reagieren auf tätowierter Haut empfindlich auf Sonne. Typische Zeichen sind Schwellung und Rötung rund um das Tattoo oder ein juckender Ausschlag mit kleinen Knötchen, manchmal schon Minuten bis Stunden nach dem Sonnenkontakt. Hält eine solche Reaktion länger als ein bis zwei Wochen an oder verändert sich ein Tattoo auffällig, gehört das zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
Unabhängig vom Sommer gilt: Bei zunehmender Rötung, starker Schwellung, Überwärmung, Eiter, Fieber oder anhaltend starken Schmerzen an einem frischen Tattoo gehst du zur Ärztin oder zum Arzt und meldest dich bei uns.
Sonnenbrand vor dem Termin
Ein Punkt, der im Sommer regelmässig Termine kostet: Auf sonnenverbrannter Haut tätowieren wir nicht. Eine entzündete, verletzte oder sonnenverbrannte Stelle ist nach unseren Geschäftsbedingungen ein Grund, die Behandlung abzulehnen. Frische Sonnenbrände gehören ausserdem auf den Gesundheitsfragebogen.
Wenn du also im Juli einen Termin hast: Die Stelle in den Tagen davor nicht in die Sonne halten. Wer am Wochenende vor dem Termin am See einschläft, verschiebt ihn im Zweifel unfreiwillig.
Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Tattoo?
Einen medizinisch "richtigen" Monat gibt es nicht. Es gibt aber einen praktischen: den, in dem du die Pflege einhalten kannst. Plane rückwärts:
- Badeferien, Strandurlaub, Sommerlager: Das Tattoo sollte vorher vollständig abgeheilt sein. Rechne zwei bis vier Wochen Heilung und etwas Reserve dazu.
- Grosse Arbeiten in mehreren Sitzungen: Jede Sitzung bringt eine neue Heilungsphase. Wer im Sommer frei sein will, startet im Herbst oder Winter.
- Stellen, die im Sommer ohnehin frei liegen: Schulter, Unterarm, Wade und Fuss bekommen im Sommer am meisten Sonne ab. Für sie ist ein Termin in der kühlen Jahreszeit besonders sinnvoll.
Es geht dabei um mehr als Bequemlichkeit. Kostenloses Nachstechen innerhalb von drei Monaten gibt es bei uns nur, wenn die Pflegehinweise eingehalten wurden. Ein Sonnenbrand oder ein Sprung in den See in der Heilungsphase kann diesen Anspruch kosten — und das Tattoo selbst.
Dein Termin
Ob Sommer oder Winter: In der kostenlosen Beratung besprechen wir Motiv, Stelle und Sitzungen so, dass die Heilung in deinen Kalender passt. Welcher Stil zu deiner Idee passt, findest du unter den Stilarten und in der Galerie, wer bei uns arbeitet, auf der Crew-Seite. Den Termin machst du über Termin ab. Unser Studio liegt an der Grenzstrasse 25 in St. Margrethen im St. Galler Rheintal.
Häufige Fragen
Kann ich mich im Sommer tätowieren lassen?
Ja. Du verzichtest dann aber bis zur Abheilung, erfahrungsgemäss zwei bis vier Wochen, auf direkte Sonne, Schwimmbad, See, Meer, Vollbad und Sauna. Wer den Sommer im Wasser verbringen will, wählt besser einen Termin im Herbst oder Winter.
Wann darf ich mit einem neuen Tattoo schwimmen gehen?
Erst nach der vollständigen Abheilung, erfahrungsgemäss nach zwei bis vier Wochen. Das gilt für Schwimmbad, Chlor- und Salzwasser und ebenso für Vollbäder. Duschen ist von Anfang an erlaubt.
Darf ich Sonnencreme auf ein frisches Tattoo auftragen?
Während der Heilung gehört nur die empfohlene Wund- und Heilsalbe auf die Stelle; schütze sie mit Kleidung und Schatten. Nach der Abheilung dann dauerhaft hoher Sonnenschutz, wir empfehlen LSF 50.
Bleicht die Sonne mein Tattoo aus?
Ja, UV-Licht kann Tattoofarben ausbleichen. Feine Grauverläufe und helle Farben leiden zuerst. Konsequenter Sonnenschutz und kein Solarium halten den Kontrast länger.
Tätowiert ihr auf einem Sonnenbrand?
Nein. Eine sonnenverbrannte, entzündete oder verletzte Stelle ist ein Grund, die Behandlung abzulehnen. Halte die Stelle in den Tagen vor dem Termin aus der Sonne.
Quellen
- Tages-Anzeiger «Stiche mit Risiken» (03.06.2019), veröffentlicht von der Insel Gruppe; Quellen: Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, Skinmed-Kliniken (Sonnenschutz, empfindliche Phase 6–8 Wochen)
- American Academy of Dermatology: Caring for tattooed skin (UV bleicht Farben aus, Solarium, LSF 30)
- American Academy of Dermatology: Tattoos — 7 unexpected skin reactions (Sonnenallergie)
- BAG: Sonne und UV-Strahlung (Kleidung, LSF 30+, 11–16 Uhr, nachcremen nach dem Baden)
- Krebsliga Schweiz: Vor der Sonne schützen (Reflexion durch Wasser)
Dieser Beitrag beschreibt unsere Studio-Praxis und gibt den Stand der genannten Quellen wieder. Er ist keine Rechts- oder Medizinberatung.
Noch Fragen? Frag uns direkt
Beratung ist bei uns kostenlos und unverbindlich — auch wenn daraus kein Termin wird.