Was kostet ein Tattoo in der Schweiz?

Von Riverside Ink Team

Wovon der Preis eines Tattoos abhängt, welche Grössenordnungen der Branchenverband nennt, warum Stundenansatz und Festpreis beide vorkommen und wie du bei uns zu einer verlässlichen Schätzung kommst.

Ein Tattoo kostet in der Schweiz so viel, wie es Zeit braucht. Bezahlt wird vor allem die Arbeitszeit und die künstlerische Leistung, die Farbe ist dabei der kleinste Posten. Laut dem Verband Schweizerischer Berufstätowierer kostet selbst das kleinste Motiv mindestens 150 bis 200 Franken, die Aussenseite eines Oberarms mindestens 800 bis 1000 Franken und ein fotorealistisches Motiv am Arm schnell 2000 bis 3000 Franken oder mehr.

Diese Zahlen sind eine Orientierung für den Markt, keine Preisliste. Was dein Motiv kostet, hängt an ein paar Faktoren, die sich gut erklären lassen. Und genau die gehen wir hier durch.

Was der Branchenverband nennt

Im Mai 2025 hat Andreas Gally vom Verband Schweizerischer Berufstätowierer gegenüber SRF drei Grössenordnungen genannt:

  • Ein Tattoo, egal wie klein: mindestens 150 bis 200 Franken.
  • Die Aussenseite eines Oberarms: mindestens 800 bis 1000 Franken, je nachdem, wie lange es dauert. In der Regel ist das ein ganzer Arbeitstag.
  • Ein fotorealistisches Motiv am Arm: braucht doppelt bis dreimal so lange und kostet schnell 2000 bis 3000 Franken oder mehr.

Wichtig ist die Begründung dazu: Die Farben sind eher günstig. In Rechnung gestellt wird vor allem die Zeit der Tätowiererin oder des Tätowierers und die künstlerische Arbeit. Wer verstehen will, warum zwei ähnlich grosse Tattoos sehr unterschiedlich kosten, muss deshalb fragen, wie lange sie dauern.

Die Quelle steht am Ende des Beitrags. Es sind Angaben eines Verbandsvertreters, keine verbindlichen Tarife; jedes Studio und jeder Artist rechnet selbst.

Die Faktoren, die den Preis bestimmen

In unseren Geschäftsbedingungen stehen fünf Punkte, nach denen sich ein Preis richtet: Aufwand, Grösse, Stelle, Technik und Dauer. Im Alltag sieht das so aus.

Grösse. Mehr Fläche heisst mehr Zeit. Das ist der offensichtlichste Faktor, aber nicht der stärkste: Ein kleines, sehr detailliertes Motiv kann länger dauern als ein grösseres, schlichtes.

Detail und Technik. Eine klare Kontur ist schneller gestochen als weiche Verläufe. Realismus in Schwarz und Grau wie bei Black & Grey Realistic entsteht in mehreren Durchgängen, flächiges Schwarz muss gleichmässig gesättigt sein. Beides kostet Zeit. Dass ein fotorealistisches Motiv am Arm doppelt bis dreimal so lange braucht wie ein gewöhnliches Oberarm-Tattoo, sagt auch der Verband.

Stil. Der Stil bestimmt die Technik. Feine Linienarbeit wie Fineline ist meist eine kurze Sitzung, grosse Flächen und Realismus sind lange Sitzungen. Wie sich die Stile unterscheiden, zeigen wir im Vergleich Fineline oder Blackwork und in der Galerie.

Körperstelle. Die Stelle ist ein eigener Preisfaktor. Empfindliche Stellen brauchen oft mehr Pausen, und nicht jede Stelle trägt jede Grösse, was wiederum das Motiv verändert. Wie sich die Stellen anfühlen, steht im Ratgeber Tut ein Tattoo weh?.

Sitzungen. Grosse Arbeiten werden auf mehrere Termine verteilt, weil die Haut zwischen den Sitzungen abheilen muss. Bei uns wird jede Sitzung einzeln abgerechnet. Du bezahlst also nicht das ganze Projekt im Voraus, sondern Termin für Termin.

Der Artist. Bei uns arbeitet jeder Artist nur in den Stilen, die er wirklich beherrscht, und der Behandlungsvertrag kommt mit dem ausführenden Artist zustande. Den Preis vereinbarst du deshalb mit der Person, die dein Motiv sticht. Wer bei uns arbeitet, siehst du unter Crew.

Stundenansatz oder Festpreis?

Beides kommt vor, auch bei uns: Verbindlich ist laut unseren Geschäftsbedingungen der am Behandlungstag vereinbarte Preis oder Stundenansatz.

  • Ein Festpreis passt zu Motiven, deren Dauer sich gut abschätzen lässt. Du weisst vorher genau, was du bezahlst.
  • Ein Stundenansatz passt zu grossen, mehrteiligen Arbeiten, bei denen niemand seriös vorhersagen kann, wie viele Stunden es am Ende werden. Wie schnell eine Fläche Farbe annimmt und wie viele Pausen du brauchst, zeigt sich erst beim Stechen.

Welches Modell für dein Motiv gilt, besprichst du vor Beginn. Angaben in der Beratung sind Schätzungen, verbindlich ist, was am Behandlungstag vereinbart wird.

Der Mindestpreis

Auch ein Mini-Motiv braucht Beratung, Entwurf, Schablone, Aufklärung und eine unterschriebene Einverständniserklärung. Dieser Teil der Arbeit fällt unabhängig von der Grösse an. Deshalb gibt es in der Branche einen Mindestpreis; der Verband nennt dafür die erwähnten 150 bis 200 Franken. Wenn du mehrere kleine Motive planst, frag in der Beratung, ob sie sich in einem Termin verbinden lassen.

Was neben dem Stechen dazukommen kann

Damit es später keine Überraschung gibt, hier die Punkte aus unseren Geschäftsbedingungen, die mit Geld zu tun haben:

  • Anzahlung. Um einen Termin zu fixieren, ist eine Anzahlung nötig. Sie wird an den Preis der Behandlung angerechnet. Bei zu kurzfristiger Absage verfällt sie; die genauen Fristen stehen in den Geschäftsbedingungen.
  • Entwurfsarbeit. Was über eine Skizze hinausgeht, kann gesondert verrechnet werden. Das wird vorher mit dir besprochen.
  • Änderungen und Erweiterungen. Wer nachträglich etwas ändern oder erweitern will, gibt eine neue Leistung in Auftrag.
  • Nachstechen. Zeigt ein Tattoo nach dem Abheilen Stellen, an denen Farbe nicht gehalten hat, sticht der Artist innerhalb von drei Monaten nach Abschluss einmalig kostenlos nach, sofern du die Pflegehinweise eingehalten hast. Ausgenommen sind unter anderem Hände, Finger, Füsse, Hals, Kopf, Ohren, Arbeiten über Narben, Weissanteile, feine Linien und Cover-ups.
  • Pflege. Wer die Pflegehinweise nicht einhält, riskiert kostenpflichtige Nacharbeiten. Wie die Pflege Tag für Tag aussieht, steht im Ratgeber Tattoo-Pflege Tag für Tag.

Bezahlt wird nach der Sitzung, bar oder mit den im Studio angebotenen Zahlungsmitteln.

Warum billig selten günstig ist

Ein Tattoo ist dauerhaft, und ein tiefer Preis sagt nichts darüber, unter welchen Bedingungen gearbeitet wird. SRF berichtete im selben Beitrag, dass es laut dem Verband für jedes seriöse Studio in der Schweiz drei bis fünf unseriöse Anbieter gebe, die etwa im Wohnzimmer oder im Hotelzimmer tätowieren und tiefere Preise anbieten können, weil sie weder Steuern noch Sozialabgaben zahlen.

Was ein misslungenes Tattoo später kostet, ist schwer zu beziffern. Laut Beobachter kann eine Entfernung schnell ein paar tausend Franken kosten. Ein Cover-up ist ebenfalls eine neue Arbeit, und dafür gibt es bei uns kein kostenloses Nachstechen. Was Laser und Cover-up unterscheidet, steht im Ratgeber Tattoo entfernen: Laser oder Cover-up?. Der Beobachter rät, vor dem Termin mehrere Studios anzuschauen und zu vergleichen. Das raten wir auch.

So kommst du bei uns zu einer Schätzung

  1. Schick uns dein Motiv. Wenn du wenig Zeit hast, reicht für eine erste Einschätzung ein Bild mit Angabe von Grösse und Körperstelle.
  2. Komm zur Beratung. Sie ist kostenlos und unverbindlich, bei einem Kaffee in St. Margrethen. Dort klären wir Mindestgrösse, Stelle, Stil und Anzahl Sitzungen und schätzen den Preis.
  3. Fixiere den Termin. Mit der Anzahlung ist der Termin reserviert. Der verbindliche Preis oder Stundenansatz wird am Behandlungstag vor Beginn vereinbart.

Eine Anfrage stellst du am einfachsten über unsere Terminanfrage. Wie ein erster Termin abläuft, steht im Ratgeber Dein erstes Tattoo, was du vorbereiten solltest, in der Checkliste zum Tattoo-Termin.

Häufige Fragen

Was kostet ein kleines Tattoo in der Schweiz?

Laut dem Verband Schweizerischer Berufstätowierer (gegenüber SRF, 2025) kostet ein Tattoo, egal wie klein, mindestens 150 bis 200 Franken. Grund ist der Grundaufwand, der unabhängig von der Grösse anfällt.

Was kostet ein Tattoo am Oberarm?

Für die Aussenseite eines Oberarms nennt der Verband mindestens 800 bis 1000 Franken, in der Regel ist das ein ganzer Arbeitstag. Fotorealistische Motive dauern doppelt bis dreimal so lange und kosten entsprechend mehr.

Wird ein Tattoo pro Stunde oder pauschal abgerechnet?

Beides kommt vor. Bei uns ist der am Behandlungstag vereinbarte Preis oder Stundenansatz verbindlich; bei mehrteiligen Arbeiten wird jede Sitzung einzeln abgerechnet.

Ist der Preis aus der Beratung verbindlich?

Nein. Angaben in der Beratung sind Schätzungen. Verbindlich ist der Preis oder Stundenansatz, den du am Behandlungstag vor Beginn mit dem Artist vereinbarst.

Muss ich eine Anzahlung leisten?

Ja. Um einen Termin zu fixieren, ist eine Anzahlung nötig. Sie wird an den Preis der Behandlung angerechnet. Was bei einer Absage gilt, steht in unseren Geschäftsbedingungen.

Was kostet die Beratung?

Nichts. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Wenn du wenig Zeit hast, kannst du uns dein Motiv auch vorab schicken.

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Beratung ist bei uns kostenlos und unverbindlich — auch wenn daraus kein Termin wird.